
FACHABTEILUNG
Enddarm-Zentrum
Unser Enddarm-Zentrum ist ein spezialisiertes interdisziplinäres Zentrum, das sich auf die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen des Enddarms, des Analkanals und des Afters konzentriert.
So erreichen Sie uns:
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
In unserem Enddarm-Zentrum sind ausschließlich koloproktologisch qualifizierte Fachärzte für Sie da. Alle bringen zusätzlich zu ihren proktologischen Kompetenzen besondere Spezialgebiete in Diagnostik und Behandlung ein.
Unser Enddarm-Zentrum ist ein spezialisiertes interdisziplinäres Zentrum, das sich auf die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Erkrankungen des Enddarms, des Analkanals und des Afters konzentriert.
In unserem Zentrum steht Ihnen ein erfahrenes Team von Fachärzten zur Verfügung, das spezielle proktologische Therapien nach dem aktuellen Stand der Forschung einsetzt.
Gerne unterstützt Sie unser kompetentes Team bei Ihrer Therapie.

Schwerpunkte
Enddarm-Zentrum

Hämorrhoidalleiden
Hämorrhoiden sind natürliche Gefäßpolster im Enddarm, die jeder Mensch besitzt. Sie tragen dazu bei, den Stuhlgang fein zu kontrollieren. Erst wenn sich diese Gefäßpolster vergrößern oder entzünden, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Das Hämorrhoidalleiden ist sehr häufig und betrifft viele Menschen im Laufe ihres Lebens. Dennoch wird aus Scham oft zu spät ärztliche Hilfe gesucht – völlig unnötig, denn die Erkrankung ist in den meisten Fällen gut und schonend behandelbar.
Mögliche Beschwerden
Diagnostik
Proktologische Untersuchung
Konservative Maßnahmen (vor allem für frühe Stadien geeignet)
Operative Therapie
Analvenenthrombosen
Eine Analvenenthrombose ist eine plötzlich auftretende, schmerzhafte Schwellung am After. Sie entsteht, wenn sich in einer kleinen Vene am After ein Blutgerinnsel bildet. Die Erkrankung ist unangenehm, aber nicht gefährlich und hat nichts mit Hämorrhoiden zu tun, auch wenn sie häufig damit verwechselt wird.
In den meisten Fällen ist keine Operation notwendig. Die Beschwerden klingen häufig innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen von selbst ab. Nur bei sehr starken Schmerzen oder ausgeprägten Befunden kann ein kleiner ambulanter Eingriff sinnvoll sein. Eine Analvenenthrombose heilt in der Regel folgenlos ab. Nach dem Abklingen der Beschwerden kann gelegentlich eine kleine Hautfalte zurückbleiben, die meist keine Probleme verursacht.
Analmarisken
Analmarisken sind harmlose Hautfalten am After. Sie entstehen häufig als Folge von abgeheilten Hämorrhoiden, Entzündungen oder kleinen Einrissen der Haut. Analmarisken sind in der Regel beschwerdefrei, können jedoch die Analhygiene erschweren oder als störend empfunden werden. Eine Behandlung ist nur bei entsprechenden Beschwerden erforderlich. Die operative Entfernung von Analmarisken erfolgt bei störenden Beschwerden oder Problemen mit der Analhygiene. Der Eingriff ist in der Regel klein, wird schonend durchgeführt und kann ambulant erfolgen. Ziel ist es, die Hautfalten dauerhaft zu entfernen und den Analbereich funktionell sowie ästhetisch zu verbessern.
Analkondylomen (Feigwarzen)
Analkondylome sind gutartige, meist warzenartige Hautveränderungen im Analbereich, die
die durch eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) verursacht wird, oft durch die Typen 6 und 11, die in der Regel ungefährlich sind, aber auch höhergradige HPV-Typen (16, 18) können beteiligt sein, die ein Krebsrisiko bergen. Sie sind oft symptomlos, können aber Juckreiz, Brennen, Blutungen oder ein Druckgefühl verursachen und werden durch lokale Medikamente, Vereisung (Kryotherapie), Laser oder chirurgisch behandelt.
Chirurgische Entfernung von Analkondylomen
Die operative Entfernung von Analkondylomen ist angezeigt, wenn sie ausgeprägt sind, Beschwerden verursachen oder sich ausbreiten. Der Eingriff erfolgt schonend, häufig ambulant, mit dem Ziel, die sichtbaren Veränderungen vollständig zu entfernen. Eine regelmäßige Nachkontrolle ist wichtig, da Analkondylome erneut auftreten können.
Mastdarmvorfall (Rektumprolaps)
Ein Mastdarmvorfall, auch Rektumprolaps genannt, bezeichnet das teilweise oder vollständige Hervortreten des Mastdarms aus dem After. Der Mastdarmvorfall kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, ist jedoch heute in den meisten Fällen gut behandelbar. Die Entstehung eines Mastdarmvorfalls wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Dazu zählen insbesondere eine Schwäche des Beckenbodens, chronische Verstopfung mit starkem Pressen beim Stuhlgang, höheres Lebensalter, vorausgegangene Operationen im Beckenbereich sowie neurologische Erkrankungen.
Die Diagnose eines Mastdarmvorfalls kann häufig bereits anhand des ärztlichen Gesprächs und einer proktologischen Untersuchung gestellt werden. Ergänzend können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, darunter eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie oder Rektoskopie), eine Darmspiegelung, Funktionsuntersuchungen des Beckenbodens sowie bildgebende Verfahren bei komplexen Befunden.
Die Behandlung eines Mastdarmvorfalls erfolgt operativ. Je nach Ausprägung des Befundes und den individuellen Beschwerden kommen unterschiedliche Operationsverfahren infrage. Ziel der Behandlung ist es, den Mastdarm dauerhaft zu stabilisieren und Beschwerden wie Stuhlinkontinenz oder Entleerungsstörungen zu verbessern. In unserem Zentrum bieten wir ein breites Spektrum Operationsverfahren an. Dazu gehören die Entfernung des vorfallenden Mastdarms mittels Klammernahtverfahren (STARR, Transtar), die Raffung des vorfallenden Mastdarms nach Rehn-Delorme, die Entfernung des vorfallenden Mastdarms nach Altemeier sowie die laparoskopisch assistierte Resektionsrektopexie. Welche Methode im Einzelfall am besten geeignet ist, richtet sich nach dem Ausmaß des Vorfalls, dem Allgemeinzustand sowie möglichen Begleiterkrankungen. Wir beraten Sie hierzu individuell und ausführlich.
Stuhlinkontinenz
Stuhlinkontinenz bezeichnet den ungewollten Verlust von Stuhl oder Darmgasen. Betroffene können den Stuhlgang nicht mehr zuverlässig kontrollieren. Die Ursachen einer Stuhlinkontinenz sind vielfältig. Dazu zählen unter anderem eine Schwäche oder Schädigung der Schließmuskulatur des Afters, Nervenschädigungen beispielsweise nach Operationen oder Geburten, eine Beckenbodenschwäche, chronischer Durchfall oder Verstopfung sowie Erkrankungen des Darms oder des Nervensystems. Häufig liegen mehrere Ursachen gleichzeitig vor.
Im Enddarmzentrum erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch sowie eine körperliche Untersuchung. Ziel der Diagnostik ist es, die Ursache der Stuhlinkontinenz möglichst genau festzustellen, um eine individuell angepasste Behandlung einleiten zu können.
Je nach Befund können weitere Untersuchungen erforderlich sein, beispielsweise eine Tastuntersuchung des Afters zur Beurteilung der Schließmuskelfunktion, eine Enddarmspiegelung zur Abklärung von Schleimhautveränderungen oder Entzündungen, eine Druckmessung des Schließmuskels (Manometrie), eine Ultraschalluntersuchung des Afters zur Beurteilung der Schließmuskulatur, eine Beckenboden-MRT beziehungsweise MR-Defäkographie sowie eine Untersuchung der Kolontransitzeit, die in einer nuklearmedizinischen Einrichtung durchgeführt wird.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. In vielen Fällen helfen bereits konservative Maßnahmen. Mögliche Behandlungsformen sind die Anpassung der Ernährung und der Stuhlregulation, Medikamente zur Festigung des Stuhls, Beckenboden- und Schließmuskeltraining, Biofeedback-Therapie, spezielle Hilfsmittel sowie tägliche Klysmen.
Als operative Behandlungsmethoden bei Analinkontinenz kommen je nach Ursache und Befund verschiedene chirurgische Verfahren infrage. Hierzu zählen die operative Rekonstruktion des Schließmuskels (Sphinkterrekonstruktion bzw. Sphinkterplastik) bei Schließmuskeldefekten, beispielsweise nach Entbindungen, die Rekonstruktion des Beckenbodens (Levatorplastik), die Sakralnervenmodulation, die dynamische Grazilisplastik sowie in ausgewählten Fällen die Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Stoma).
Sakrale Nervenmodulation
Die sakrale Nervenmodulation eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Stuhlinkontinenz, bei denen konservative Behandlungsmethoden nicht ausreichend wirksam waren. Vor der Behandlung erfolgt eine ausführliche proktologische Diagnostik und individuelle Beratung.
Die sakrale Nervenmodulation ist ein modernes, minimalinvasives Verfahren zur Behandlung der Stuhlinkontinenz. Dabei werden die Nerven, welche die Funktion von Enddarm, Schließmuskel und Beckenboden steuern, durch schwache elektrische Impulse stimuliert. Ziel der Behandlung ist es, die Kontrolle über den Stuhlgang zu verbessern und die Beschwerden deutlich zu reduzieren.
Zunächst erfolgt eine Testphase, bei der eine dünne Elektrode im Bereich der Sakralnerven eingelegt wird. Über einen externen Impulsgeber kann geprüft werden, ob sich die Beschwerden hierdurch bessern. Bei erfolgreicher Testung wird anschließend ein dauerhaftes Stimulationssystem mit einem kleinen Impulsgeber (Schrittmacher) implantiert.
Sinus pilonidalis
Der Sinus pilonidalis (Steißbeinfistel) ist eine chronische Entzündung im Bereich der Gesäßfalte, meist in der Nähe des Steißbeins. Ursache sind häufig eingewachsene Haare und eine daraus entstehende Entzündungsreaktion unter der Haut. Betroffen sind vor allem junge Erwachsene, häufiger Männer. Begünstigende Faktoren sind starke Behaarung, langes Sitzen, Übergewicht sowie vermehrtes Schwitzen.
Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellungen, Nässen oder eitrige Sekretion im Bereich der Gesäßfalte. Bei einer akuten Entzündung kann sich ein schmerzhafter Abszess bilden. Je nach Befund stehen verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu zählen die Abszessentdeckelung bzw. Inzision bei akuter Entzündung, die radikale Exzision mit offener Wundheilung, minimalinvasive Verfahren wie das Pit-Picking sowie plastisch-rekonstruktive Operationsverfahren, beispielsweise nach Karydakis oder Limberg.
Welche Behandlung im individuellen Fall geeignet ist, wird nach ausführlicher Untersuchung und Beratung gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten entschieden.
Kontakt & Team
Enddarm-Zentrum
Spezielle Sprechstunde
Bitte melden Sie sich vorab telefonisch bei uns.
Proktologische Sprechstunde
Prof. Dr. med. Michael Korenkov:
Mittwoch von 13.00 bis 15.30 Uhr nach Terminvereinbarung
Telefon: 05651 / 82 1611





