Beckenbodenschrittmacher hilft bei Stuhlinkontinenz

14.03.2024

Zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von Anal- bzw. Stuhlinkontinenz betroffen – Frauen achtmal häufiger als Männer. Bei diesem Krankheitsbild gelangt Stuhl unkontrolliert in die Hose. „Anhand dieser Tatsache kann man sich vorstellen, wie schwerwiegend diese Krankheit ist und wie sehr sie die Lebensqualität einschränkt“, sagt Prof. Dr. Michael Korenkov. Für dieses Krankheitsbild kann der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Werra-Meißner eine sehr gute Lösung anbieten: die operative Implantation eines Beckenbodenschrittmachers.

Vor 15 Jahren gab es diese Möglichkeit noch nicht. „Damals wurde noch mit Analtampons gearbeitet, aber das hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Regelmäßige Darmanläufe genauso wenig“, erklärt Korenkov. Ein künstlicher Darmausgang sei seinerzeit die einzige wirkungsvolle Alternative gewesen, wirke sich aber natürlich auch auf den Lebensalltag aus.
„Seit knapp anderthalb Jahrzehnten gibt es nun die Option, eine kleine dünne Stimulationselektrode durch einen kleinen Stich in der Haut in die Sakralnerven im Beckenboden einzuführen. Diese Elektrode wird mit einem Schrittmacher verbunden, der unter der Haut oberhalb des Gesäßbereichs platziert wird“, sagt der Chefarzt. Der Schrittmacher sendet elektrische Impulse, die die Sakralnerven entsprechend stimuliern. „Dadurch bessert sich die Funktion des Schließmuskels und des gesamten Beckenbodens erheblich. Somit hilft diese Methode auch bei Harninkontinenz.“ Das Verfahren sei laut Prof. Korenkov sehr effektiv. „Die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent“, erläutert der erfahrene Mediziner.

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